

Eine Alarmanlage schützt nur, wenn sie im entscheidenden Moment funktioniert. Leere Batterien, ein verschobener Bewegungsmelder oder eine veraltete Mobilfunkverbindung fallen im Alltag oft niemandem auf. Dieser Ratgeber zeigt, wie oft Sie Ihre Alarmanlage warten lassen sollten, was bei einer Wartung geprüft wird, was sie kostet und wann sich ein Wartungsvertrag lohnt. Für Privathaushalte ebenso wie für Einbruchmeldeanlagen in Geschäftsräumen.
Das Wichtigste in Kürze
- Lassen Sie Ihre Alarmanlage mindestens einmal pro Jahr durch eine Fachperson warten. Bei Geschäftsräumen, Aufschaltung auf eine Leitstelle oder Auflagen der Versicherung können kürzere Intervalle gelten.
- Geprüft werden Zentrale, Notstromakku, Batterien der Funkmelder, alle Melder per Gehtest, Sirenen, Übertragungsweg (4G/Internet), Firmware und Benutzercodes. Auf Wunsch erhalten Sie ein Prüfprotokoll.
- Die Kosten hängen von der Grösse der Anlage ab und beginnen bei rund CHF 700 pro Jahr.
- Zwischen den Wartungen sollten Sie die Anlage einmal pro Monat selbst testen, etwa per Testalarm und Blick in die App.
Wie oft muss eine Alarmanlage gewartet werden?
Die kurze Antwort: mindestens einmal pro Jahr. Das ist die übliche Empfehlung von Errichtern und Herstellern und auch die Polizei rät dazu, Alarmanlagen regelmässig und fachgerecht warten zu lassen. Ein jährlicher Termin reicht für die meisten Wohnungen und Einfamilienhäuser aus, um Verschleiss, schwache Batterien und Konfigurationsfehler rechtzeitig zu erkennen.
Privathaushalt: einmal jährlich
Für Funkanlagen in Wohnung und Haus empfehlen wir einen festen Wartungstermin pro Jahr. Ein Termin im Spätsommer hat den Vorteil, dass die Anlage vor der dunklen Jahreszeit mit ihren Dämmerungseinbrüchen geprüft ist. Ein Abo ist dafür bei SECUR keine Voraussetzung, wir empfehlen den regelmässigen Service aber ausdrücklich.
Gewerbe und Einbruchmeldeanlagen mit Aufschaltung
Bei Einbruchmeldeanlagen in Geschäftsräumen, Lagern oder Praxen sind die Anforderungen oft höher. Ist die Anlage auf eine Notruf- und Serviceleitstelle aufgeschaltet oder verlangt die Sachversicherung eine Alarmanlage, gelten häufig vertragliche Vorgaben zu Wartung und Nachweis. Prüfen Sie Ihre Police und den Vertrag mit der Leitstelle. Mehr zu Lösungen für Betriebe finden Sie unter Sicherheitslösungen für Geschäftskunden.
Welche Normen und Richtlinien gelten?
Für Privathaushalte gibt es in der Schweiz keine gesetzliche Wartungspflicht. Die europäische Normreihe EN 50131 legt die Anforderungen an Einbruchmeldeanlagen fest, Teil 7 (Anwendungsregeln) behandelt Planung, Betrieb und Instandhaltung. In der Schweiz orientiert sich die Branche zusätzlich an den Richtlinien des Verbands Schweizerischer Errichter von Sicherheitsanlagen (SES). Wichtiger als jede Norm ist im Alltag, dass das Intervall schriftlich vereinbart und jede Wartung protokolliert wird.
Was wird bei der Wartung einer Alarmanlage geprüft?
Eine Wartung ist mehr als ein Batteriewechsel. Die Fachperson arbeitet alle sicherheitsrelevanten Teile der Anlage systematisch ab. Diese Checkliste zeigt die wichtigsten Punkte:
| Prüfpunkt | Was geprüft wird | Warum es wichtig ist |
|---|---|---|
| Zentrale | Fehlerspeicher, Ereignisprotokoll, Sabotagekontakte, Gehäuse | Zeigt Störungen, die im Alltag unbemerkt blieben |
| Akku und Notstrom | Kapazität und Alter des Notstromakkus der Zentrale, Netzversorgung | Die Anlage muss auch bei Stromausfall oder durchtrenntem Kabel weiterlaufen |
| Batterien der Funkmelder | Batteriestand aller Melder, Sirenen und Fernbedienungen, vorsorglicher Tausch | Leere Batterien sind eine der häufigsten Ursachen für Ausfälle |
| Melder und Gehtest | Bewegungsmelder, Tür- und Fensterkontakte, Glasbruchmelder, Rauch- und Wassermelder | Jeder Melder muss zuverlässig auslösen, ohne Fehlalarme zu erzeugen |
| Funkverbindung | Signalstärke jedes Melders zur Zentrale, Störquellen | Neue Möbel, Umbauten oder Geräte können die Funkstrecke verschlechtern |
| Sirenen | Innen- und Aussensirene, Blitzleuchte, Abschaltzeit | Abschreckung wirkt nur mit funktionierender Sirene |
| Übertragungsweg | Mobilfunk (4G/5G), Internet, Testmeldung an App oder Leitstelle | Ein Alarm nützt nichts, wenn er nicht ankommt |
| Software und Firmware | Updates von Zentrale und App, Sicherheitseinstellungen | Schliesst Sicherheitslücken und hält die Anlage kompatibel |
| Bedienung und Benutzer | Bedienteil, Badges, Benutzercodes, App-Zugänge, Alarmierungsliste | Alte Codes und Kontakte sind ein Sicherheitsrisiko |
| Protokoll (auf Wunsch) | Dokumentation aller Prüfungen, Befunde und ersetzten Teile | Nachweis gegenüber Versicherung und Leitstelle |
Viele dieser Prüfungen brauchen Zugang zum Errichtermenü der Zentrale und Erfahrung mit dem System. Deshalb gehört die Wartung in die Hände einer Fachperson, idealerweise des Betriebs, der die Anlage geplant und montiert hat.


Was kostet die Wartung einer Alarmanlage?
Die Kosten hängen von der Grösse der Anlage ab und beginnen bei rund CHF 700 pro Jahr. Das ist keine Offerte. Den genauen Preis beeinflussen vor allem:
- Grösse der Anlage: Anzahl Melder, Sirenen und Bedienteile
- Systemart: Funk, verdrahtet oder hybrid, dazu allfällige Kameras
- Material: Batterien und Notstromakku, die ersetzt werden müssen
- Anforderungen: Gewerbliche Anlagen mit Aufschaltung und Nachweispflicht sind aufwendiger
Unabhängig von der Wartung können laufende Kosten für die Aufschaltung auf eine Leitstelle oder die Mobilfunkverbindung der Zentrale anfallen. Auf Wunsch überwacht die Certas AG Ihre Anlage rund um die Uhr. Ihre Alarmzentrale ist nach EN 50518 zertifiziert und bietet bei Bedarf eine Intervention vor Ort. Eine Übersicht aller Posten finden Sie im Beitrag Was kostet eine Alarmanlage in der Schweiz?
Sie möchten wissen, was die Wartung Ihrer Anlage konkret kostet? Fordern Sie eine kostenlose Beratung an.
Wartungsvertrag oder Einzelservice?
Sie können die Wartung jedes Jahr einzeln bestellen oder einen Wartungsvertrag abschliessen. Beides hat Vor- und Nachteile:
| Kriterium | Wartungsvertrag | Einzelservice |
|---|---|---|
| Termin | wird automatisch geplant | Sie müssen selbst daran denken |
| Kosten | fester, planbarer Jahresbetrag | Abrechnung pro Einsatz |
| Nachweis | lückenlose Protokolle über die Jahre | nur, wenn regelmässig bestellt wird |
| Bindung | vereinbarte Laufzeit | keine |
| Geeignet für | Gewerbe, Anlagen mit Aufschaltung oder Versicherungsauflage | kleinere Privatanlagen mit wenig Komponenten |
Bei SECUR gibt es keinen Abo-Zwang. Ob ein Vertrag oder ein jährlicher Einzeltermin besser passt, klären wir gemeinsam mit Ihnen.
Was Sie selbst prüfen können
Die jährliche Wartung ersetzt nicht den Blick im Alltag. Diese Punkte können Sie einmal pro Monat selbst prüfen:
- Meldet die App oder das Bedienteil Störungen, schwache Batterien oder Verbindungsprobleme?
- Lösen Sie, falls Ihre Anlage das vorsieht, einen Testalarm aus und prüfen Sie, ob die Meldung auf allen Smartphones ankommt. Informieren Sie vorher eine allfällige Leitstelle.
- Stehen Möbel, Pflanzen oder Vorhänge neu im Erfassungsbereich der Bewegungsmelder?
- Sind Melder, Kameralinsen und Sirene sauber und unbeschädigt?
- Stimmen die Telefonnummern in der Alarmierungsliste noch?
Öffnen Sie Melder oder die Zentrale nicht selbst. Das kann einen Sabotagealarm auslösen.
Was passiert, wenn eine Alarmanlage nicht gewartet wird?
Mehr Fehlalarme
Schwache Batterien, verschmutzte oder verschobene Melder führen häufiger zu Fehlalarmen. Das ist nicht nur lästig: Rückt die Polizei wegen eines Fehlalarms aus, kann das Gebühren auslösen. Die Zuger Polizei beziffert solche Einsätze auf 400 bis 500 Franken und empfiehlt ausdrücklich, Alarmanlagen regelmässig warten zu lassen.
Unbemerkte Ausfälle
Ein Melder mit leerer Batterie oder ein gealterter Notstromakku melden sich nicht immer deutlich. Im Ernstfall bleibt dann ein Raum unüberwacht oder die Anlage fällt bei Stromausfall aus.
Alarm kommt nicht an: Stichwort 3G-Abschaltung
Swisscom und Sunrise haben angekündigt, ihre 3G-Netze bis Ende 2025 abzuschalten, die 2G-Netze sind schon länger ausser Betrieb. Laut BAKOM können Alarmanlagen, die nicht umgerüstet wurden, nicht mehr zuverlässig kommunizieren. Bei der Wartung prüfen wir deshalb auch den Übertragungsweg. Mehr dazu im Beitrag zur 3G-Abschaltung.
Fragen der Versicherung
Ob eine fehlende Wartung Folgen für den Versicherungsschutz hat, hängt von Ihrer Police ab. Besonders bei Geschäftsversicherungen oder wenn eine Alarmanlage Bedingung für Deckung oder Rabatt ist, können Wartungsnachweise verlangt werden. Klären Sie das mit Ihrer Versicherung und bewahren Sie die Wartungsprotokolle auf.
Worauf es je nach System ankommt
Funkanlagen von Visonic und Qolsys (PowerG)
PowerG-Melder sind auf lange Batterielaufzeiten ausgelegt. Visonic gibt für Tür- und Fensterkontakte je nach Modell bis zu sechs Jahre bei typischer Nutzung an. Die Laufzeit hängt aber stark von der Nutzung ab. Deshalb gehören Batteriestand und Funkqualität jedes Melders zur jährlichen Prüfung, auch wenn noch nicht alle Batterien getauscht werden müssen.
Jablotron
Jablotron-Anlagen melden viele Zustände wie niedrige Batterie oder Sabotage direkt in der App. Das erleichtert die Kontrolle im Alltag, ersetzt aber nicht die Prüfung vor Ort: Gehtest, Sirene, Notstromakku und Montage der Melder lassen sich nur am Objekt beurteilen. Einen Vergleich der Systeme finden Sie im Beitrag Jablotron, Visonic und Dahua im Vergleich.
Videoüberwachung
Kameras, etwa von Dahua oder Reolink, sind vergleichsweise wartungsarm. Bei der Wartung prüfen wir Firmware, Bildqualität, Blickwinkel und Speicher. Kontrollieren Sie zwischendurch, ob Linsen sauber sind und der Aufnahmebereich noch stimmt. Er darf sich nur auf das eigene Grundstück beschränken.


Rauch- und Brandmelder
Rauchmelder, die in die Alarmanlage eingebunden sind, prüfen wir bei der Wartung mit. Für eigentliche Brandmeldeanlagen in Betrieben gelten in der Schweiz eigene Brandschutzvorschriften. Sie sind nicht Gegenstand dieses Beitrags.
Bestehende Anlage eines anderen Anbieters warten lassen
Ihre Alarmanlage wurde von einem anderen Anbieter installiert? Wir übernehmen Wartung und Service auch für bestehende Anlagen, sofern sie von einer Marke stammen, die SECUR selbst führt, zum Beispiel Visonic oder Jablotron. Ob Ihre Anlage dazugehört, klären wir gerne mit Ihnen in einer kostenlosen Beratung.
So läuft die Wartung bei SECUR ab
- Termin: Wir vereinbaren einen Termin, der zu Ihnen passt.
- Prüfung: Unsere Techniker arbeiten die Checkliste ab, tauschen Batterien und spielen Updates ein.
- Protokoll: Auf Wunsch erhalten Sie eine Dokumentation aller Prüfungen und Befunde.
- Empfehlung: Wenn sich Ihre Situation verändert hat, zeigen wir sinnvolle Anpassungen oder Erweiterungen auf.
SECUR ist seit 1985 als herstellerunabhängiger Fachbetrieb tätig und betreut über 2’000 aktive Kundinnen und Kunden. Planen Sie eine neue Anlage? Auf der Seite Alarmanlage kaufen finden Sie Systeme, Preise und Ablauf im Überblick.
Häufige Fragen zur Wartung von Alarmanlagen
Wie oft muss man eine Alarmanlage warten lassen?
Mindestens einmal pro Jahr durch eine Fachperson. Bei Geschäftsräumen, Aufschaltung auf eine Leitstelle oder Auflagen der Versicherung können kürzere Intervalle vereinbart sein.
Was kostet die Wartung einer Alarmanlage?
Die Kosten hängen von der Grösse der Anlage ab und beginnen bei rund CHF 700 pro Jahr. Der genaue Preis richtet sich zudem nach dem System und dem Materialbedarf.
Ist die Wartung einer Alarmanlage Pflicht?
Für Privathaushalte gibt es in der Schweiz keine gesetzliche Wartungspflicht. Pflichten können sich aber aus dem Versicherungsvertrag, dem Vertrag mit einer Leitstelle oder betrieblichen Vorgaben ergeben.
Was wird bei einer Wartung gemacht?
Geprüft werden Zentrale, Notstromakku, Batterien, alle Melder per Gehtest, Sirenen, Funkverbindung, Übertragungsweg, Firmware und Benutzercodes. Auf Wunsch wird alles in einem Protokoll festgehalten.
Müssen Funkalarmanlagen auch gewartet werden?
Ja. Gerade bei Funkanlagen sind Batteriestand und Funkqualität der Melder wichtige Prüfpunkte. Auch App-Meldungen ersetzen den Gehtest und die Prüfung von Sirene und Notstrom vor Ort nicht.
Wie oft müssen die Batterien gewechselt werden?
Das hängt vom Melder und der Nutzung ab. Moderne Funkmelder halten oft mehrere Jahre, Visonic nennt für einzelne PowerG-Kontakte bis zu sechs Jahre. Bei der Wartung prüfen wir jeden Melder und tauschen schwache Batterien vorsorglich.
Kann ich meine Alarmanlage selbst warten?
Einfache Kontrollen wie Störungsanzeigen, Testalarm und saubere Melder können Sie selbst übernehmen. Batteriewechsel an Zentrale und Melder, Gehtests und Updates gehören in die Hände einer Fachperson. Mehr dazu im Beitrag zu DIY-Alarmanlagen.
Funktioniert meine Alarmanlage nach der 3G-Abschaltung noch?
Ältere Anlagen, die Alarme über 2G oder 3G senden, können Meldungen nicht mehr zuverlässig übertragen. Lassen Sie den Übertragungsweg prüfen und bei Bedarf auf 4G/5G oder Internet umrüsten.
Übernimmt SECUR die Wartung von Anlagen anderer Anbieter?
Ja, sofern die Anlage von einer Marke stammt, die SECUR selbst führt, zum Beispiel Visonic oder Jablotron.
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