Sobald die Uhren zurückgestellt werden und es bereits am späten Nachmittag dunkel wird, beginnt für Einbrecherinnen und Einbrecher die günstigste Zeit im Jahr. Die frühe Dämmerung gibt ihnen Deckung, während viele Haushalte noch nicht zu Hause sind. Was sich hinter dem Begriff Dämmerungseinbruch konkret verbirgt, was die aktuelle Schweizer Kriminalstatistik dazu zeigt und mit welchen Massnahmen Sie Ihr Zuhause jetzt wirksam schützen, lesen Sie in diesem Beitrag.
Was sind Dämmerungseinbrüche, und warum häufen sie sich im Herbst?
Als Dämmerungseinbrüche bezeichnen mehrere Kantonspolizeien Einbrüche, die gezielt im Schutz der früh einsetzenden Dunkelheit in den Abend- und frühen Morgenstunden verübt werden. Die Kantonspolizei Freiburg bringt es auf den Punkt: Im Herbst nutzen Täter die kürzeren Tage, um unbewohnte Objekte leichter zu erkennen, bevor sie zuschlagen. Die Kantonspolizei Zürich formuliert es in ihrer Kampagne «Gemeinsam gegen Einbruch» ähnlich: Täter suchten sich «düsterere Tage und die früh einsetzende Dämmerung» gezielt aus.
Der Effekt: Zwischen September und März ist ein spürbarer Anstieg dieser Einbruchsart zu beobachten, mit einem Schwerpunkt in den Wochen vor Weihnachten. Betroffen sind vor allem Einfamilienhäuser, Erdgeschosswohnungen, Kellerabteile in Mehrfamilienhäusern sowie Gewerbeliegenschaften.
Die Zahlen: Was die Schweizer Kriminalstatistik zeigt
Wer glaubt, das Thema sei übertrieben, wird von den Zahlen eines Besseren belehrt. Gemäss der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2025 des Bundesamts für Statistik wurden in der Schweiz 34’755 Einbruchdiebstähle registriert, ein Anstieg von 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rechnet man Einschleichdiebstähle dazu, kommt man auf 46’636 Fälle im Jahr, umgerechnet rund 128 Vorfälle pro Tag. Davon betrafen 18’707 Fälle private Wohnräume, der Rest verteilt sich auf Gewerbe- und öffentliche Objekte.
Ernüchternd bleibt zudem die Aufklärungsquote: Nur rund jeder fünfte Fall wird aufgeklärt. Die Zahl der Einbrüche liegt damit bereits im zweiten Jahr in Folge über dem Niveau vor der Pandemie, nachdem sie während der Lockdowns spürbar zurückgegangen war.
Auch auf kantonaler Ebene zeigt sich das Muster deutlich. Der Kanton Freiburg meldete für 2024 insgesamt 1’250 Einbrüche, ein Plus von 21,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Kanton St. Gallen registrierte die Kantonspolizei während ihrer Schwerpunktaktion von November 2025 bis Februar 2026 genau 589 Dämmerungseinbrüche und nahm dabei über 40 mutmassliche Täter fest. Das ist zwar etwas weniger als die 613 Fälle der Vorsaison, aber immer noch eine beachtliche Zahl für vier Monate. Aus diesem Grund haben sich im Winterhalbjahr 2025/26 gleich mehrere Polizeikorps zusammengeschlossen, darunter Zürich, Winterthur, Solothurn, Aargau, Basel-Stadt und Basel-Landschaft, um mit verstärkten Kontrollen und Aufklärungskampagnen gegenzusteuern. Ergänzt wird dies durch den landesweiten Präventionstag gegen Einbrüche, der jeweils Anfang November stattfindet.
Wie Täter bei Dämmerung vorgehen
Die meisten Dämmerungseinbrüche folgen einem ähnlichen Muster. Zuerst wird das Objekt ausgekundschaftet: Ein dunkles Fenster, ein voller Briefkasten oder fehlende Bewegung im Haus verraten, dass niemand zu Hause ist. Manche Täter klingeln vorher, geben sich als Vertreter aus oder fragen scheinbar nach dem Weg, um zu prüfen, ob jemand öffnet. Fällt die Kontrolle unauffällig aus, folgt der eigentliche Einbruch häufig innerhalb weniger Minuten, meist über ein aufgehebeltes Fenster, eine Terrassentür oder einen Kellerzugang. Je kürzer die Tatzeit, desto geringer das Entdeckungsrisiko, weshalb sich Täter fast immer auf leicht zugängliche Schwachstellen konzentrieren statt auf gut gesicherte Haupteingänge.
Sofortmassnahmen, die ohne grosse Investition wirken
Nicht jede Massnahme gegen Dämmerungseinbrüche kostet viel. Einige einfache Gewohnheiten senken das Risiko bereits spürbar.
Lassen Sie Licht mit Zeitschaltuhren oder smarten Steckdosen zu unterschiedlichen Zeiten angehen, damit die Wohnung bewohnt wirkt, auch wenn Sie unterwegs sind. Aussenbeleuchtung mit Bewegungsmelder an Eingängen und dunklen Hausecken schreckt zusätzlich ab. Bitten Sie Nachbarinnen oder Nachbarn bei längerer Abwesenheit, den Briefkasten zu leeren und gelegentlich einen Blick auf das Haus zu werfen. Verzichten Sie darauf, Ferien oder Abwesenheiten in sozialen Netzwerken anzukündigen, und lagern Sie Wertsachen nicht sichtbar in Fensternähe. Weitere Tipps speziell für längere Abwesenheiten finden Sie in unserem Ratgeber Haus sichern in der Ferienzeit. Und ganz grundsätzlich gilt: Türen und Fenster auch bei kurzer Abwesenheit konsequent schliessen, denn ein gekipptes Fenster ist für geübte Täter kein nennenswertes Hindernis.
Technischer Schutz: Wenn es mehr sein darf
Wer über die Grundmassnahmen hinaus investieren möchte, fährt am besten mit einer Kombination aus mechanischer und elektronischer Sicherung. Mechanische Fenster- und Türsicherungen erschweren das Aufhebeln bereits deutlich und verschaffen wertvolle zusätzliche Sekunden. Eine Alarmanlage mit Fenster- und Türkontakten sowie Bewegungsmeldern erkennt einen Einbruchsversuch sofort und löst je nach Konfiguration einen lauten Alarm vor Ort oder eine stille Meldung an Ihr Smartphone beziehungsweise eine 24-Stunden-Alarmzentrale aus. Ergänzend kann Videoüberwachung sowohl abschreckend wirken als auch im Ernstfall zur Beweissicherung dienen, sofern sie datenschutzkonform installiert ist. Eine ausführliche Übersicht aller Massnahmen finden Sie in unserem Ratgeber Einbruchschutz: So sichern Sie Ihr Zuhause effektiv vor Einbrechern.
Wichtig dabei: Eine Einzelmassnahme allein reicht selten. Erst das Zusammenspiel aus guter mechanischer Grundsicherung und einer zuverlässigen elektronischen Überwachung macht ein Objekt für Täter unattraktiv, die auf schnelle, risikoarme Gelegenheiten aus sind.
Was tun bei konkretem Verdacht?
Beobachten Sie eine unbekannte Person, die auffällig durch die Nachbarschaft streift, an Türen klingelt oder ohne erkennbaren Grund Grundstücke betritt, informieren Sie die Polizei über die Notrufnummer 117. Greifen Sie selbst nicht ein und gehen Sie keine Konfrontation ein. Entdecken Sie nach der Rückkehr Spuren eines Einbruchs, etwa eine aufgebrochene Tür oder ein beschädigtes Fenster, betreten Sie die Wohnung nicht, sondern warten Sie im Freien auf die Polizei, damit mögliche Spuren erhalten bleiben.
Die dunkle Jahreszeit beginnt jedes Jahr aufs Neue, und mit ihr die Gelegenheit für Täter. Als Schweizer Familienunternehmen in zweiter Generation berät Sie SECUR Sicherheitstechnik seit 1985 zu Einbruchschutz für Haus, Wohnung und Gewerbe. Vereinbaren Sie eine kostenlose Sicherheitsberatung und lassen Sie die Schwachstellen an Ihrem Objekt von einer Fachperson beurteilen, bevor es dunkel wird.
Jetzt kostenlose Sicherheitsberatung buchen
Häufige Fragen zu Dämmerungseinbrüchen
Wann treten Dämmerungseinbrüche am häufigsten auf?
Vor allem zwischen September und März, mit einem Schwerpunkt in den Abendstunden und einer spürbaren Häufung in den Wochen vor Weihnachten.
Hilft eine Alarmanlage tatsächlich gegen Einbrecher?
Ja, insbesondere in Kombination mit mechanischer Grundsicherung. Auch die Polizei empfiehlt zertifizierte Systeme als wirksamen Baustein im Einbruchschutz, mehr dazu in unserem Beitrag Welche Alarmanlage empfiehlt die Polizei?
Was kostet ein wirksamer Einbruchschutz für mein Zuhause?
Das hängt stark von Objektgrösse und gewünschtem Schutzumfang ab. Eine ausführliche Übersicht realistischer Preisspannen finden Sie im Beitrag Was kostet eine Alarmanlage in der Schweiz?. Eine kostenlose Vor-Ort-Beratung liefert konkrete Zahlen für Ihr Objekt.
Gibt es Vergünstigungen von Versicherungen für gesicherte Objekte?
Einige Versicherer gewähren Rabatte bei zertifizierten Alarmanlagen. Es lohnt sich, direkt bei Ihrer Versicherung nachzufragen.